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Kommunalpolitik von und für Frauen

Parteiübergreifende Bezirksvorsteherinnen Initiative anlässlich des Frauentags 2017

In Wien gibt es derzeit 10 Bezirksvorsteherinnen von gesamt 23 Bezirken, das sind rund 43%. 494 der 1144 wienweit tätigen Bezirksräte sind weiblich, das entspricht ebenfalls rund 43% Prozent. Das sind absolute Spitzenwerte, wenn man bedenkt, dass es österreichweit nur 151 (von 2.100) Bürgermeisterinnen gibt, das sind 7%. 9.163 Gemeinderätinnen, von insgesamt 39.731, sind weiblich, das entspricht 23%.

 „Anlässlich des Internationalen Frauentags 2017 wollen wir diese starke Vertretung von Frauen in der Wiener Kommunalpolitik gemeinsam sichtbar machen und damit Frauen wien- und österreichweit motivieren, sich politisch zu engagieren“, halten die Bezirksvorsteherinnen als Ziel ihrer Initiative fest.

Die Bezirksvorsteherinnen führen ihren hohen Frauenanteil in Wien auf unterschiedliche Gründe zurück:

von Reißverschlusssystemen auf Wahllisten, immer mehr Frauen mit Vorbildfunktion, einem neuen Selbstbewusstsein von politischer Teilhabe bei jungen Frauen, höherer gesellschaftlicher Akzeptanz im urbanen Raum, höhere Bereitschaft Verantwortung zu übernehmen, politische Basisarbeit für und mit Menschen, Offenheit und Kommunikationsfreunde, soziales Engagement, bis hin zu einfacherem Zugang zu Förderprogrammen durch räumliche Nähe zu den politischen Bildungseinrichtungen.

„Das starke Engagement von Frauen in der Wiener Kommunalpolitik ist spitze und zeigt, dass eine gleich starke Vertretung von Frauen und Männern in der Politik nicht nur wünschenswert, sondern auch möglich ist“, so die Bezirksvorsteherinnen unisono.

Die Bezirksvorsteherinnen setzen auch viele regionale Initiativen, um das Wirken von Frauen in den unterschiedlichen gesellschaftlichen Bereichen vor den Vorhang zu holen und frauenpolitische Forderungen auch auf kommunalpolitischer Ebene zu transportieren:

  • Auszeichnung „Die Josefstädterin“
  • Frauenspaziergänge
  • Unterstützung von Frauennetzwerken
  • Seit 2003 wird in der Leopoldstadt die „Frau des Jahres“ mit der Leopoldine geehrt
  • Sozialplattform und Regionalforum
  • Alsergrunder Wirtschaftspreis
  • Kulturförderung für Frauen
  • Bezirksschreiberin (2 von 3 Frauen - Emily Walton, Gabriele Kögel)
  • Töchtertag – Angebot in der BV 9
  • Club der Wiener Musikerinnen
  • Alsergrunder Frauentagsveranstaltung
  • Bezirksveranstaltungen anlässlich des Frauentages
  • Spezieller Focus auf Frauenthemen wie Entfernung von Angsträumen
  • Währinger Frauenweg
  • Gender Budgeting

 

Auch in Zukunft wollen die Bezirksvorsteherinnen im Rahmen eines Round-Table zusammenarbeiten mit dem Ziel die Vernetzung von Frauen in der Kommunalpolitik weiter voranzutreiben, für das politische Engagement von Frauen zu werben und kommunal –und frauenpolitische Themen gemeinsam zu bearbeiten.

Frauenpolitik ist eine Querschnittsmaterie, mit Anliegen, die alle Parteien gemeinsam haben. Nach dem Motto „ Frauen reden sich z’sam“.

 

Zitate Bezirksvorsteherinnen:

Bezirksvorsteherin Veronika Mickel-Göttfert: „mir geht es um einen neuen politischen Stil, der das Miteinander in den Vordergrund rückt – über Partei- und Bezirksgrenzen hinweg, mit einer starken Beteiligung der Bürgerinnen und Bürgern. Ich bedanke mich bei meinen Kolleginnen für die gemeinsame parteiübergreifende Initiative, sie steht für mehr Offenheit in der Politik und den Mut, neue Wege zu gehen.“

Bezirksvorsteherin Ursula Lichtenegger: „Ich bin davon überzeugt, dass Frauen ihre Kräfte bündeln und sich miteinander solidarisieren müssen. Es freut mich sehr, dass diese Initiative über Parteigrenzen hinweg zustande gekommen ist.“

Bezirksvorsteherin Martina Malyar setzt sich für ein „Miteinander in Wien“ ein und möchte aus Schnittstellen Kontaktstellen machen: „Frauen verbindet ein gemeinsames Band, gemeinsame Erfahrungen und gemeinsame Anliegen. Ich freue mich, ein Teil von „Frauen in Bewegung“ zu sein, zu unterstützen und vorzuleben.

Bezirksvorsteherin Silke Kobald: „Auf Bezirksvorsteherebene leben wir generell ein gedeihliches Miteinander. Wir wollen nun den Austausch zwischen uns Kolleginnen an der Spitze der Bezirke noch weiter intensivieren. Eine gute Gesprächsbasis hilft uns im Alltag wesentlich, um bei ähnlich gelagerten Themen und Herausforderungen Synergien zum Wohl der Bürgerinnen und Bürger zu schaffen.“

Bezirksvorsteherin Silvia Nossek: „Um die Lebenssituation von Frauen in der Stadt und damit für alle zu verbessern, braucht es die Zusammenarbeit von Frauen – auch parteiübergreifend.“

Bezirksvorsteherin Gabriele Votava: „ Meidling ist bereits seit 2004 Gender Budgeting Bezirk, das bedeutet, dass die Ausgaben des öffentlichen Haushaltes – sei es im Straßenbau, der Gestaltung von öffentlichem Raum oder bei der Erhaltung von Pflichtschulen und Kindergärten - auf ihre Auswirkungen auf beide Geschlechter überprüft werden. Damit ist ein gerechtes Wirtschaften im Bezirk und eine Berücksichtigung aller NutzerInnengruppen (Kinder, Menschen mit Behinderung, SeniorInnen usw.) gewährleistet. Ich werde meine diesbezüglichen Erfahrungen in die gemeinsame Initiative der Bezirksvorsteherinnen einbringen und bin überzeugt, dass es uns wieder ein Stück vorwärts bringen wird.“

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