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Strozzigasse 39: Petition zeigt Wirkung

Zukünftige Novelle in Bauordnung soll Abbruch von einzelnen schützenswerten Gebäuden verhindern

Das Gebäude, welches 1772 errichtet wurde, zählt zu den ältesten erhalten gebliebenen Bauten am Strozzigrund in Wien Josefstadt. Um die Erhaltung der verfallenen Liegenschaft kämpft die Bezirksvorstehung, gemeinsam mit Anrainern und Anrainerinnen, seit 2013. Gemeinsam ist es gelungen im Altstadterhaltungsfond eine Förderung für den Deckungsbeitrag für die Sanierung auf die Beine zu stellen, welcher vom Eigentümer bedauerlicherweise nicht abgeholt wurde. Das hat die Josefstädterinnen und Josefstädter veranlasst mit einer Petition um den Erhalt des Hauses zu kämpfen.

Mit über 600 Unterschriften wurde diese 2016 im Petitionsausschuss der Stadt Wien behandelt, mit dem Ergebnis durch Sofortmaßnahmen der Baupolizei die Bausubstanz des Ensembles zu schützen, damit das Haus nicht weiter verfällt. Das Bundesdenkmalamt wurde um Prüfung des Schutzes der Strozzigasse 39 ersucht. Zusätzlich wurde eine Empfehlung an Stadtrat Ludwig ausgesprochen eine Baurechtsnovelle zu verfassen, um schützenswerte Gebäude wie dieses vor Spekulation und dem absichtlichen Verfall zu schützen.

Seit dem hat sich einiges getan. Im März gab es eine Augenscheinverhandlung mit der Baupolizei, dem Eigentümer sowie dem Bezirk. Bei der Verhandlung hat der Eigentümer zugesagt, die Liegenschaft im Bestand zu sanieren.

Nun zeigt der Kampf um die Erhaltung der Strozzigasse 39, auch exemplarisch für viele weitere Fälle in Wien, Wirkung. In einer Stellungnahme auf Anfrage durch die Bezirksvorsteherin Veronika Mickel-Göttfert teilt Stadtrat Ludwig mit, dass im Rahmen einer zukünftigen Novelle zur Bauordnung für Wien besondere legistische Maßnahmen für einen verstärkten Schutz erhaltenswerter Gebäude in Aussicht genommen werden. Bis dato umfasst eine Schutzzone laut Bauordnung Gebiete, welche als Ganzes, in sich geschlossen und in ihrem äußeren Erscheinungsbild erhaltungswürdig sind. Mit der geplanten Gesetzesänderung sollen aber nun auch einzelne freistehende Gebäude, welche sich nicht direkt in einer Schutzzone befinden, miteinbezogen werden. Weiters soll die “technische Abbruchreife” in Zukunft nur erteilt werden, wenn sich die Instandsetzung eines Bauwerks als technisch unmöglich erweist, was den Abbruch von Gebäuden in Schutzzonen zusätzlich erschweren oder verhindern soll.

“Es ist mir ein besonderes Anliegen für die Schönheit der Stadt und die Erhaltung von historischen Gebäuden zu kämpfen. Man merkt hier einmal mehr, dass sich das gemeinsame Engagement mit den Bürgerinnen und Bürgern auszahlt. Mit der geplanten Gesetzesänderung ist ein riesiger Schritt nach vorne getan. Nicht nur für die Erhaltung der Strozzigasse 39, sondern auch für andere historische Bauten in der ganzen Stadt.”, zeigt sich Bezirksvorsteherin Veronika Mickel-Göttfert erfreut.

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